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7.10.2007 von lee.traynor.
Geld hin- und herzuschieben wäre schwer genug, wenn es nicht auch noch eine nörgelnde Kundschaft dazugäbe. Also ersann sich eine Volxbank mit 0511er Vorwahl ihre eigene Endlösung: die Volxbank.direkt.
Ich war eigentlich mit der bisherigen Volxbank im großen und ganzen zufrieden, abgesehen davon, dass die monatliche Abrechnungen nie nachvollziehbar und immer ohne finanzamtliche Daten überreicht wurden und dass gelegentlich eine Auslandsüberweisung um €10 verkürzt wurde, weil „Die Schweiz nicht in der EU“ ist. „EU?“ Sollen sie mal selber Lesen lernen! Da die Schweiz zum EWR gehört, sind Überweisungen von und bis da nach Gesetz gebührenfrei. Aber kassieren, das war kein Problem.
Doch die Versuchung, ein kostenloses Konto führen zu dürfen, war doch zu groß, und ich erkundigte mich in der Filiale. Nur: dort konnte man kein Konto beantragen, das ginge nur über eine Telefonnummer. Das hätte mal nachdenklich stimmen sollen. Was soll’s, aber denkt der Glückliche Angesicht seines Ziels, rufen wir da mal an, bekommen die Formulare, schicken wir sie zurück, schon ist das Konto eingerichtet.
Aus dem Nachdenken kam ich leider nicht mehr raus. Das neue kostenlose Konto war als Unterkonto meines alten Hauptkontos eingerichtet. Das heißt – ja richtig – ohne kostenpflichtiges Hauptkonto kein Nebenkonto. Das war natürlich fein ausgedacht. Bevor ich jedoch, mein ganzes Geld auf das kostenlose Konto verfrachtete (immerhin konnte ich mir die einzelnen Gebühren für Überweisungen dadurch ersparen, so hoffte ich zumindest), wartete ich auf die „kurzfristig“ versprochene Lieferung von Bankkarte und PIN/TAN. Denn ja ohne Instrumente konnte ich gar keine Überweisungen in Gang setzen, geschweige denn mein Geld abheben.
Und wartete. Zwei Monate. Als ich dann mit etwas Empörung verlangte, dass die versprochenen Instrumente aber dalli bei mir einzufinden hätten, bekam ich eine lapidare E-Mail, in der nur davon die Rede ist, dass wir alles noch in Ruhe miteinander besprechen wollen. Ich weiß nicht, wie Sie eine E-Mail von der Bank betrachten, aber inzwischen dürfte klar sein, dass alle solche E-Mails grundsätzlich als Betrugsversuche einzustufen sind. Wie naiv können diese Personen denn sein?
Es kam dann auch nichts mehr. Ich kündigte alle Konten dann fristlos und führte meine Geschäfte bei einer anderen Bank, was zur allgemein komischen Folge hatte, dass die Volxbank seelenruhig die alten Konten weiter führte. Nun, wenn die einem das Konto kündigen, wird von heute auf gestern dicht gemacht, keine Fragen bitte! Aber wenn der Kunde den Stecker zieht… Der von der Volxbank eingeschaltete Rechtsverdreher ließ sich allerlei windige Ausreden einfallen und nur eine Strafanzeige konnte ihn von der Notwendigkeit des Handelns statt des Gelabers überzeugen.
Ich will mich eigentlich nicht so sehr über das schäbige und dumme Verhalten der Bank beschweren – das hätte doch jedem passieren können. Denn: inzwischen ist ein Geschäft – pardon, ein Enterprise (so wird eine juristische Person bezeichnet, die nur aus Computern besteht) – derart unübersichtlich, dass niemand mehr sagen kann, wo vorn und hinten ist. Vermutlich hatte mal der Vorstand die Idee, Bankgeschäfte voll automatisch laufen zu lassen. Prima Idee, spart unter Umständen ja auch Geld und Ärger. Setzen wir’s mal um und sehen, ob es klappt. Klappt es nicht, dann Dumm gelaufen und keiner kann sagen, warum. Seit einigen Monaten höre ich überhaupt nichts mehr von der Direktbank. Vielleicht sind die Kundenzahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben und man hat es anders überlegt. Warum das so gewesen ist, hätte jedoch kein Vorstand sagen können. Hat die Werbung nicht gewirkt, wollten die Kunden nicht sparen? Die Bank wird es nie wissen können, dass sie in diesem Fall einer Fata Morgana aufgesessen ist. Aber stellen wir uns mal vor, die Direktbank sei so ausgelegt, dass alle Gelder nach sonst wohin verbucht werden.
Mir riecht es – vornehm ausgedrückt – nach der alten Masche der versprochenen wunderbaren Geldvermehrung – oder auch anders: nach altmodischem Betrug. Bank ohne Volk? Volk ohne Geld!
Geschrieben in Oktober 07 | Keine Kommentare »