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Archive für 26.6.2007

Call DHL

Hat man das Pech zu arbeiten, stellt man bei der nächsten Gelegenheit fest, welche Kundenfreundlichkeit die verschiedenen Paketdienste an den Tag legen.

Wir haben es mal mit dpd versucht. Der kann sehr gut die Pakete irgendwo auf die Straße hinlegen. Diese Lösung ist jedoch als suboptimal erkannt worden. Daher versucht der Zusteller, irgendeinen Nachbarn zu finden, der bereit wäre die Sendung anzunehmen, weit fortgeschrittene Demenz spielt da keine Rolle. Das beste: man darf die Lagerfähigkeit der Nachbarn zeitlich unbegrenzt ausnutzen, da der Zusteller nie eine Benachrichtigung hinterlässt, dass eine Sendung vorliegt. Echt Klasse, spart doch die Suche nach einer größeren Wohnung (für mich jedenfalls).

DHL wirbt neuerdings damit, dass sie die Formel 1 beliefert. Das ist recht beeindrückend angesichts ihrer üblichen Leistung. Sollte man nicht zuhause sein, bekommt man ein Zettel, auf dem steht, wen man anrufen kann. (Nebenbei bemerkt, ob eine international agierende Firma es wirklich nötig hat, die 3 Cent pro Minute dafür zu kassieren?) Dort angerufen steht eine labyrinthisches Computersystem zur Verfügung. „Nationale oder internationale Sendung?“ Keine Ahnung. Macht auch nichts, egal welche Tasten man betätigt hat, sagt das nette Fräulein, „Tut mir leid, Sie müssen eigentlich die XY wählen.“ Seufz. „Aber ich kann Sie weiter verbinden.“ Wozu dann die Computeranlage?

Eine Zweitzustellung zu arrangieren, das wär’s! Dafür stehen drei Zeiten zur Verfügung: 7 bis 1, 1 bis 7 und nachts. Häh? Jeder Heizungsableser muss pünktlicher sein als das. Ah, da wäre noch die Packstation, oder? „Nö. Der Absender hat das nicht vorgesehen. Außerdem, kennen Sie die Nummer der Packstation?“ Was – „und außerdem“? „Oder Sie können die Sendung bei uns abholen.“ Kaum zu glauben, ich lebe in einer Großstadt und darf 20 km fahren, um ein Paket abzuholen.

Also rücken die Juristen an. Zweifache schriftliche Mahnung an DHL: Zweitzustellung an die Packstation, sonst präventiver Nuklearschlag. Lapidare Email eines Herrn Müllers (echt, alles wirklich Müller): Packstation kennen wir nicht. Zurück an Absender: Annahme verweigert.

Vielleicht auch richtig so. Die Packstation ist zwar von oben bis unten mit „DHL“-Aufklebern versehen, da fehlt eine Hausnummer oder sonstige Erkennung. Ein Potemkinsches Dorf? Da kommt ein Pärchen und fragt ganz vorsichtig, ob ich helfen könnte, ein Paket sei hier abzuholen. Ja, wo liegt das Problem? Da sehe ich, dass beide blind sind. Die Sendung, die sie abholen wollen: eine Blindensendung. Hilfsbereit, wie ich nun einmal bin, führe ich die beiden in das Gebäude, bediene die Maschine und hole das Paket für sie heraus. Alleine hätten sie keine Chance.

Nachtrag im November, 2008: DHL wird aus den USA von der Deutschen Post abgezogen. Wen wundert’s?

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